Schwinn: Die Küche verliert ihren Status als Ar­beitsraum

Schwinn Beschläge in Küchenlaune: Griffige Stangen als glänzende Eyecatcher

Mal filigran und dezent, mal handfest wie ein Drallrohr aus dem Kraft­werk. So präsentieren sich die aktuellen und immer längenunabhängi­gen Stangengriffe der Schwinn Beschläge GmbH, Ober-Ramstadt.

Der Zierbeschlaghersteller, dessen Produkte sich bisher vor allem bei Wohn- und Badmöbeln fanden, verstärkt damit seine Aktivitäten im Geschäftsbereich Küche. Die Neuheiten stellte das Unternehmen zur SICAM 2019 im italienischen Pordenone vor.

Die Küche öffnet sich zum Wohnen, verliert ihren Status als reiner Ar­beitsraum. Übergänge gestalten sich fließend. Wohnliche Akzente fin­den sich immer häufiger dort, wo – vor allem gemeinsam – gekocht und gebacken, gegessen und gefeiert wird. So wandern auch Zierbeschläge aus anderen Wohnbereichen in die Küche hinein.

Die gerändelten Aluminiumstangen von Schwinn erinnern an die Oberfläche einer Muskatreibe, jedoch mit weichen Kanten. Foto: Schwinn

Über die Daseinsberechtigung von Stangengriffen in der Küche lässt sich kaum streiten. Mit seiner aktuellen Kollektion spricht Schwinn eine trendorientierte und differenzierte Designsprache. Auf der einen Seite stehen extrem schlanke, aber dennoch stabile Stangengriffe aus Stahl; auf der anderen Seite finden sich massive Ausführungen mit Substanz.

Präzises Handwerk spielt Industrial Style im Kleinen aus

Geprägtes Stahlrohr mit schräger Linienführung erinnert an Drall- oder Kühlrohre aus dem Kraftwerk. Bei der Facettierung fügen sich Dreiecke zu Rhomben zusammen. Die gerändelten Aluminiumstangen erinnern an die Oberfläche einer Muskatreibe, jedoch mit weichen Kanten.

Handfest wie ein Drallrohr aus dem Kraftwerk. So präsentieren sich die aktuellen und längenunabhängigen Stangengriffe der Schwinn Beschläge GmbH. Foto: Schwinn

An den Stirnseiten arbeitet Schwinn das Industrial Design in Form der In­nenstern- respektive „Torx“- oder Innensechskantschraube heraus. Das gerindete Prägemuster hat sich Schwinn aus der Stahlbauindustrie von Ankern im Mauerwerk abgeschaut.

Allen aktuellen Stangengriffen gemeinsam ist die dezidierte Umsetzung des Industrial Style, der sich nicht etwa nur in einer aufgesetzten Optik zeigt. Oberflächen und Strukturen werden rundum fein mit Werkzeugen herausgearbeitet, sind vollumfräst und damit angenehm griffig. Auf der Küchenfront funktionieren sie als glänzende Eyecatcher.

Beim facettierten Stangengriff von Schwinn fügen sich Dreiecke zu Rhomben zusammen. Foto: Schwinn

Verschiedene Sockel und Stangen schaffen die Voraussetzung für indivi­duelle Kombinationen. Die Stangengriffe liefert Schwinn längenunab­hängig nach Kundenwunsch, so dass alle Bohrlochabstände abgedeckt werden können. Bei den Farben dominieren dezente metallische Töne, wie Titan, Bronze oder Schwarz.

Industrial Design im Detail an einem dünnen Stangengriff von Schwinn. Foto: Schwinn
Mit dem „Wiener Geflecht“ die klassische Moderne im Griff

Offen, filigran & markant – so präsentiert sich der neue Kantengriff. Inspiriert von der prägnanten Bespannung des Wiener Kaffeehausstuhles ent­stand ein Griff nach fest definierter Vorlage, der spannende Durchbli­cke auf die Möbelfront gewährt. Stahl verleiht ihm die Stabilität für ei­nen stilvollen und wertigen Einsatz in der Küche oder im Wohnbereich.

Offen, filigran & markant – so präsentiert sich der neue Kantengriff mit „Wiener Geflecht“ von Schwinn. Der Griff lässt spannende Durchblicke auf die Möbelfront zu. Foto: Schwinn

Um 1850 von Michael Thonet entwickelt, um dem Charme des Wiener Kaffeehauses seine ganz eigene Prägnanz zu verleihen, erlebt das „Wiener Geflecht“ derzeit ein Comeback im Möbelbau. Und das geht weit über eine Neuauflage des Bugholzstuhles hinaus.

Tischoberflächen, Paravents, Lampen oder Möbelrahmenfronten präsentieren sich wieder mit in Wabenstruktur geflochtenen Naturfasern. Schwinn gelang, dank handwerklicher Kompetenz und Präzision, die Umsetzung in einem Griff aus Stahl. Der funktionale Aspekt bewahrt dabei noch immer seine äs­thetische und kulturelle Bedeutung.

Inspiriert vom Bauhaus und der prägnanten Bespannung des Wiener Kaffeehausstuhles setzte Schwinn das „Wiener Geflecht“ in einem Griff aus Stahl um. Der tiefe mattschwarze Grundton charakterisiert dabei stilistisch die 1930er Jahre. Foto: Schwinn

Basis der kunstvollen Flechttechnik, bei der dünne Rattanstreifen in vier Richtungen gespannt werden und deren Ursprung wahrscheinlich bis 4.000 Jahre zurückgeht, bilden zwei Längs-, zwei Quer- und zwei Diago­nalstreifen.

Für den aktuellen Griff von Schwinn erweiterte Inhouse Diplom-Designer Rüdiger Wolf das Achteckgeflecht grafisch zu einer har­monischen Struktur. Sie erlaubt es, den Griff, den es in den zwei Längen 32 und 160 mm gibt, drehsymmetrisch vielfältig einzusetzen.

Der neue Kantengriff mit dem „Wiener Geflecht“ eignet sich für Fronten bis maximal 19 mm Stärke und wird von hinten verschraubt. Das Mate­rial lässt sich galvanisieren, pulverbeschichten und lackieren, so dass dem Kundenwunsch nach einem individuellen Farbton kaum Grenzen gesetzt sind.

Designkompetenz für individuelle Zierbeschläge: Schwinn schafft Brückenschlag zwischen Bauhausklassik und Moderne

100 neue Werkzeuge in den letzten 15 Monaten, jedes Jahr eine neue Kollektion und für Design und Konstruktion eine eigene Abteilung – dies sind nur einige Eckdaten, die verdeutlichen, auf welchem Niveau die Schwinn Beschläge, in Sachen kundenindivi­dueller Exklusiventwicklungen unterwegs ist.

Im Jubiläumsjahr spielt die charakteristisch reduzierte Formensprache des Bauhaus auch bei Schwinn eine große Rolle. Exemplarisch dafür steht der „2Z384“, ein halber Segmentbogengriff, bei dem sich Kreis und Quadrat durchdringen. Foto: Schwinn

Zur SICAM 2019 präsentierte sich das Unternehmen mit Griffen, Knöp­fen, Möbelfüßen und Haken einmal mehr als designorientierter Kom­plettanbieter für Möbelaccessoires.

Punktgenau zur SICAM 2019 legte Schwinn ein Update seines zur Interzum 2019 ver­öffentlichten „Moodbook 2020“ vor. Das großformatige, aufwendig ge­arbeitete Werk erscheint in limitierter Auflage von 250 Stück und setzt nicht nur die Neuheiten emotional in Szene.

Die Prinzipien des Bauhaus durchdringen bei Schwinn die kreative Arbeit durch und durch. Den Unterschied zwischen Kunst und Handwerk heben die Griffe auf, die sich dem Industrial Style zuordnen lassen. Dazu gehört auch ein aktueller Schalengriff in Zinn Antik. Er wird aufwendig abgetrommelt und mit Schraubenapplikationen aus Stahl versehen. Foto: Schwinn

Es zeugt auch von einer in­tensiven Auseinandersetzung mit Design, die sich im dezimierten Um­gang mit Dekor und kostbarem Material äußert, in der starken Wirkung metallischer Farben und der Sinnlichkeit optischer und haptischer Ober­flächenmerkmale.

Auf 84 Seiten fasst Schwinn Designs und Stile zusam­men, die Trendscouts sorgfältig recherchiert und für die Innovationen umgesetzt haben.

Vom Bauhaus inspiriert

Ihnen voran steht Inhouse Diplom-Designer Rüdiger Wolf, Schüler der Bauhausmeister in dritter Generation. Selbstredend, dass gerade im Ju­biläumsjahr die charakteristisch reduzierte Formensprache des Bauhaus auch bei Schwinn eine große Rolle spielt.

Die Funktion prägt das Produkt: Schwinn entwickelte den Truhen- oder Kastengriff, um Schweres zu heben. Er schlägt nicht am Möbel an. Foto: Schwinn

Exemplarisch dafür stehen der „2Z384“, ein halber Segmentbogengriff, und der Relinggriff „2Z383“. Beide zelebrieren die Durchdringung verschiedener geometrischer Formen.

Der halbe Segmentbogengriff, ein Mix aus Kreis und Quadrat, eignet sich für den Einsatz als Einzelgänger, entfaltet seinen Bauhaus-Charme aber erst im Zusammenspiel mit einem Doppelgänger. Beim „2Z383“ durch­fließt die Linie das leicht abgeschrägte, weiche Quadrat, was in der Draufsicht zu einem harmonischen Kreuz führt.

Die charakteristisch reduzierte Formensprache des Bauhaus spielt auch bei Schwinn eine große Rolle. Beim „2Z383“ durchfließt die Linie das leicht abgeschrägte, weiche Quadrat, was in der Draufsicht zu einem harmonischen Kreuz führt. Foto: Schwinn

Die Prinzipien des Bauhaus durchdringen bei Schwinn die kreative Arbeit durch und durch. Den Unterschied zwischen Kunst und Handwerk heben die Griffe auf, die sich dem Industrial Style zuordnen lassen.

Dazu gehören die Stangengriffe, mit denen das Unternehmen in der Kü­che punkten möchte, aber auch ein aktueller Schalengriff in Zinn Antik oder brüniert. Der Griff aus einem Guss wird aufwendig abgetrommelt und mit Schraubenapplikationen aus Stahl versehen.

Schön ist, was funktioniert

Maßgebend für das Bauhaus-Design und die Griffe von Schwinn bleibt, dass die Funktion das Produkt prägt. Keine Innovation verdeutlicht das bei Schwinn gerade so wie der Truhen- oder Kastengriff. Entwickelt, um vor allem Schweres zu heben, hat er sich seinen „Stop-Motion“-Mecha­nismus vom Schifffahrtsbeschlag abgeschaut: Da er stufenlos in allen Po­sitionen verharrt, schlägt er nicht am Möbel an und lässt sich jederzeit gut greifen.

Der halbe Segmentbogengriff eignet sich für den Einsatz als Einzelgänger, entfaltet seinen Bauhaus-Charme aber erst im Zusammenspiel mit einem Doppelgänger. Foto: Schwinn

1.500 Modelle in 24 Standardfarben gehören inzwischen zur Standard­kollektion, aus der Schwinn-Kunden schöpfen können. Alle Serienpro­dukte sind geschmacksmustergeschützt.

Werkstattatmosphäre kommte auf an dem wie eine riesige Werkbank anmutenden rustikalen Massivholztisch im Zentrum des SICAM-Messe­standes. Die Griffe, die Schwinn hier fast wahllos zu präsentieren scheint, laden geradezu ein, in die Hand genommen und abgewogen, genau begutachtet und befühlt zu werden.

Hier finden sich Freigabe­muster, Ideen, Prototypen, die von Kundenseite aus eine Feinjustierung erlauben. Beste Gelegenheit also, sich inspirieren zu lassen und gemein­sam exklusive Lösungen zu erarbeiten.

Über Schwinn Beschläge

1932 von Peter Schwinn in Ober-Ramstadt als Kunstharzdreherei mit zwei Mitarbeitern gegründet, entwickelt, produziert und vertreibt die Schwinn Beschläge GmbH heute mit 250 Mitarbeitern Möbelgriffe und -knöpfe aus Stahl, Kunststoff und Zinkdruckguss für die Küchen-, Bad- und Wohnmöbelindustrie weltweit sowie für den Fachhandel.

Das Unternehmen versteht sich als Systemlieferant, Entwicklungspartner und Problemlöser: Von der Produkt- und Designentwicklung über den Werkzeugbau und die Produktion bis hin zur vielfältigen Oberflächenveredelung und Montage bietet Schwinn alles aus einer Hand.

Quelle und Fotos: Schwinn Beschläge

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